Buchtipps

Pascal Mercier – „Nachtzug nach Lissabon“

„Raimund Gregorius, Lateinlehrer, lässt plötzlich sein wohlgeordnetes Leben hinter sich und setzt sich in den Nachtzug nach Lissabon. Im Gepäck: das Buch des Portugiesen Amadeu de Prado, dessen Einsichten in die Erfahrungen des menschlichen Lebens ihn nicht mehr loslassen. Wer war dieser Amadeu de Prado? Es beginnt eine rastlose Suche kreuz und quer durch Lissabon, die Suche nach einem anderen Leben und die Suche nach einem ungewöhnlichen Arzt und Poeten, der gegen die Diktatur Salazars gekämpft hat.“ (www.perlentaucher.de)
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Antonio Lobo Antunes – „Das Handbuch der Inquisitoren“

„Das Handbuch der Inquisitoren spielt kurz vor und nach der Nelkenrevolution, mit der das rechtsgerichtete Salazar-Regime 1974 entmachtet wurde. Im Mittelpunkt des Romans steht ein Minister des Salazar-Regimes, den alle nur Herr Doktor nennen. Er genießt viele Privilegien und besitzt ein Landgut, das Ausdruck seine Macht ist.Im Buch kommen die Personen zu Wort, die unter dem Minister zu leiden hatten. Zu Wort kommen u.a. sein Sohn, der vom Vater als Trottel hingestellt wurde, Köchin und Kindermädchen schildern von der beklemmenden Atmosphäre auf dem Landgut, äußern aber auch unverhohlen verblendete Begeisterung für den mächtigen Mann. Alle leiden -- vor allem die untersten weiblichen Angestellten, die er als sexuelles Freiwild betrachtet, vergewaltigt und schwängert. Gegenüber einem anonymen Interviewer berichten die Personen monologisch und getrieben von unbewältigten Erinnerungen an diese Zeit. Ihre Berichte sind quälend, ihre Schilderungen haben oft fragmentarischen Charakter und werden immer wieder unterbrochen von Wortfetzen, Bemerkungen des Herrn Doktor, die zeigen, wie viel Macht das Grauen auch Jahre nach den Ereignissen noch über sie hat. Das Landgut des Herrn Doktor ist ein Mikrokosmos der gesellschaftlichen Verhältnisse. Unmerklich ensteht das Bild des alltäglichen Lebens inmitten der Diktatur, ein Leben der Rechtlosigkeit, dessen Grundstimmung durch blitzschnell und unerwartet hereinbrechenden Terror gekennzeichnet war.“
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Ilse Pollack – „Fado“

„Fado heißt übersetzt Schicksal, und diese abstrakte Gottheit greift auf vielfältige Weise in das Leben der von Ilse Pollack porträtierten Menschen ein. Von der nördlichsten Provinz, Trasos-Montes, über die Hauptstadt Lissabon bis in die Weiten des Alentejo spürt die Autorin charakteristischen portugiesischen Schicksalen nach. In diesen Lebensbildern spiegelt sich die Geschichte des Landes von der Weltabgeschiedenheit der Salazarzeit bis zu den bewegten Jahren nach der Nelkenrevolution.“
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Antonio Tabucchi – „Erklärt Pereira“

„Der Schauplatz der Handlung ist Lissabon im August 1938, zu einem Zeitpunkt also, da der Faschismus nicht nur in Portugal, sondern auch in Deutschland, Italien und Spanien siegreich war. Pereira ist ein gebildeter älterer Herr, der die Kulturseite einer Tageszeitung redigiert, ohne sich mit der unangenehmen Realität der Diktatur, in der er lebt, auseinanderzusetzen: lieber verkehrt er mit den Toten, indem er mit dem Photo seiner verstorbenen Frau plaudert und die französischen Schriftsteller des neunzehnten Jahrhunderts, die er verehrt, ins Portugiesische übersetzt. Zur Konfrontation mit der Realität kommt er durch den jungen Monteiro Rossi, der über den Tod in der Literatur promoviert hat und ihm anbietet, Nekrologe berühmter Schriftsteller zu schreiben. In Wirklichkeit organisiert er jedoch den antifaschistischen Widerstand, mit dem sich Pereira zwischen Widerstreben und Anteilnahme ebenfalls zu solidarisieren beginnt. In einer gefährlichen Situation versteckt er Monteiro Rossi in seiner Wohnung, wo dieser kurz darauf von Schlägern des Regimes umgebracht wird. Pereira rächt ihn mit einem Augenzeugenbericht, den er auf seiner Kulturseite erscheinen lässt. Dann flieht er mit einem falschen Pass ins Ausland.“
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Jose Saramago (Literaturnobelpreisträger 1998) – Die Stadt der Blinden

„Mitten auf der Straße erblindet plötzlich ein Mann an einer unerklärlichen weißen Blindheit, die sich schnell wie eine Epidemie ausbreitet. Die Betroffenen werden in einer ehemaligen Irrenanstalt kaserniert, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen, terrorisiert von Hunger und Gewalt, hausen müssen. Unter ihnen ist auch die einzige Sehende: die Frau des Augenarztes hat die Krankheit nur vorgetäuscht, um bei ihrem Mann zu bleiben. Sie trifft das Elend doppelt, weil sie es auch noch mit ansehen muss und gleichzeitig die Verantwortung spürt, die auf ihr lastet. Plötzlich ohne Augenlicht und damit auch ohne äußere Kontrolle und durch die unmenschlichen Bedingungen der Kasernierung wird (fast) jeder zum Egoisten und kämpft nur um das eigene Überleben. Kleine, im normalen Leben unbedeutende Gesten der Menschlichkeit und Solidarität, die es auch gibt, wirken wie wohltuende Inseln in diesem Meer aus Schmutz, Angst und Grausamkeit. Die Situation eskaliert und in einem gewaltigen Feuer entfliehen die Gefangenen in eine Freiheit, in der wieder im Kampf ums Überleben jeder sich selbst der nächste ist.“ (www.die-leselust.de/buch/saram002.htm)
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Rioletta Sabo, Jorge Nuno Falcato; Aufnahmen: Nicolas Lemonnier – “Azulejos in Portugal”

(Sachbuch)
“Ganz Portugal ist ein großes Azulejo-Museum. Dieser einzigartige Reichtum an Wandfliesen, der sich gleichermaßen im sakralen wie im profanen Bereich, im Innenraum wie im Freien entfaltet, hat in der Kulturlandschaft dieses Landes in den letzten fünfhundert Jahren wesentliche Akzente gesetzt: Azulejos bilden gleichsam das Dekorum portugiesischer Kultur und Lebensart. Als eine monumentale Kunstform, die hier die Funktion von Wandmalerei übernimmt, bietet die Azulejaria portuguesa ein weites Feld für Entdeckungen, Erkenntnisse und Erläuterungen – und vor allem Schaulust.“ (Auszug)
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